Antikoerpertest gegen SARS-CoV-2

Aktuelle wissenschaftliche Informationen zum Antikörpertest gegen SARS-CoV-2

(Stand 27.04.2020, nach einer Mitteilung der KV Hessen)

Im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie stehen zunehmend Antikörpernachweis- Tests zur Verfügung. Der Sinn solcher Tests soll dabei sein, Personen zu identifizieren, die bereits Kontakt mit dem Virus hatten und daher höchst-wahrscheinlich gegen eine erneute Infektion mit SARS-CoV-2 durch die Bildung von Antikörpern immun sind.

Wie in vielen anderen Ländern auch, so zeichnet sich hier in Deutschland eine enorme Nachfrage nach Antikörper-Tests ab. Daher ist es wichtig, sich über Nutzen und Grenzen derartiger Tests bewusst zu sein.

Eine vor wenigen Tagen erschienene Übersichtsarbeit „Antikörpertests gegen SARS-CoV-2: Warum ein guter Test nicht immer gute Ergebnisse produziert“ zeigt eindrücklich die Grenzen auf. Die Kernaussagen möchten wir Ihnen mitteilen.

Zur Beurteilung eines Tests sind die Testgütekriterien Sensitivität und Spezifität essentiell!

Sensitivität bezeichnet den Anteil aller Infizierten, die mithilfe des Tests korrekt als infiziert identifiziert werden.

Spezifität bezeichnet den Anteil aller Nicht-Infizierten, die mithilfe des Tests korrekt als nicht-infiziert identifiziert werden.

Sensitivität und Spezifität allein sind in der konkreten klinischen Situation aber nicht direkt aussagekräftig. Vielmehr interessieren die Fragen:

  • Wie sicher eine positiv getestete Person wirklich infiziert und immun gegen SARS- CoV-2 ist (positiver Vorhersagewert)
  • Wie sicher es ist, dass eine negativ getestete Person tatsächlich nicht infiziert ist (negativer Vorhersagewert).

Um diese beiden Fragen zu beantworten, braucht man eine Abschätzung, wie häufig die Infektion in der Bevölkerung ist (Prävalenz).

Draus ergibt sich

  • Ein Test auf Antikörper kann einen hohen Anteil falsch positiver Ergebnisse ergeben, falls die Häufigkeit der Erkrankung in der Bevölkerung gering ist. Dies ist derzeit der Fall in Deutschland.
  • Bei einer steigenden Durchseuchung (höherer Vortestwahrscheinlichkeit) produziert ein Antikörper-Screening mit dem ELISA immer weniger falsch positive Testergebnisse.
  • Ein positiver Antikörpernachweis für das SARS-CoV-2-Virus bedeutet im Einzelfall nicht notwendigerweise, dass die getestete Person immun ist.
  • Der Antikörpertest (ELISA) ist kein geeignetes Verfahren für ein breites Screening, sondern kann die Diagnostik höchstens ergänzen.

Für die Bestätigung eines SARS-CoV-2-lgA/lgG-Antikörper-Test gibt es jedoch bislang kein weitere Testverfahren, um den gefundenen Wert zu bestätigen oder zu widerlegen. Aus genau diesem Grund können wir für das individuelle Ergebnis nicht erkennen, welcher positive Test richtig und welcher falsch ist.

Eine sichere Aussage für den individuellen Patienten, ob er die Infektion durchgemacht hat und eine lmmunität besteht, ist weiter nicht möglich.

Es besteht die Gefahr, dass durch falsch positive Testergebnisse Schaden verursacht wird, weil falsche Schlüsse hieraus gezogen werden. Die große Gefahr ist das fälschliche Ausgehen von einer lmmunität und der etwaigen Infektion und Weitergabe der Infektion.

Fazit:
Der isolierte Antikörpertest in der aktuellen Form kann nicht für sichere Aussagen über eine durchgemachte Infektion und auch nicht zu Entscheidungen über die Immunität einer einzelnen Person herangezogen werden.

Corona Virus

Aktuelle Informationen zum Corona Virus aus unserer Praxis

Liebe Patienten,
wegen der weiterhin sehr dynamischen Situation in Bezug auf die Corona-Krise möchten wir Sie als Ihre Hausarztpraxis an dieser Stelle regelmäßig darüber informieren, wie wir Ärzte mit unserem Team aktuell die Situation handhaben.

Es geht uns weiterhin darum, Sie als Patient und uns als Ärzte mit unserem Team bestmöglich vor einer Infektion mit dem Virus zu schützen. Mit zunehmender Dauer der Krise geht es aber nun vermehrt auch darum, Ihnen notwendige Behandlungen, Untersuchungen und Beratungen in gleichem Umfang wie zuvor zukommen zu lassen, um nicht akute oder chronische Erkrankungen zu spät zu erkennen und zu behandeln.

Um beiden Anliegen bestmöglich gerecht zu werden, bitten wir Sie, folgende Verhaltensregeln einzuhalten:

  • Bitte betreten Sie unsere Praxis weiterhin nur, wenn Sie einen Termin haben oder gesund sind und etwas abholen wollen. Bitte tragen sie einen Mundschutz und nutzen Sie den
    Desinfektionsmittelspender am Eingang.
  • Vereinbaren Sie Termine wie gewohnt telefonisch (nebenbei arbeiten wir derzeit für Sie an einer Online-Terminanfrage).
  • Sollten Sie Zeichen einer Erkältung haben oder möglicherweise Kontakt mit einem an COVID-19-erkrankten Menschen gehabt haben, wird Sie eine Ärztin oder ein Arzt unseres Teams
    zurückrufen und alles Weitere mit Ihnen besprechen.

Um Ihnen so gut wie möglich helfen zu können gelten derzeit folgende Regeln:

  • Wir bieten Ihnen in unserer Praxis jetzt wieder das gesamte bekannte Spektrum an Untersuchungen und Behandlungen incl. Hausbesuchen und DMP Untersuchungen an. Planbare Maßnahmen können aber nur bei Patienten ohne Erkältungssymptome erfolgen.
  • Insbesondere bei Chirotherapien weisen wir daraufhin, dass bei der Behandlung z.T. ein enger Körperkontakt erforderlich ist. Auch durch das Einhalten aller Hygienemaßnahmen, wie z.B. das Tragen eines Mundschutzes und Schutzkittels bleibt hier ein erhöhtes Restrisiko bestehen. Dessen sollten Sie sich bewusst sein.
  • Wir haben eine Infekt-Sprechstunde eingerichtet, um den Kontakt von Patienten mit Erkältungssymptomen und Patienten mit anderen Beschwerden nach Möglichkeit zu
    vermeiden.
  • Trotz der Terminsprechstunde kann es aufgrund unerwarteter Ereignisse und als Folge von Notfällen zu Wartezeiten kommen. Bitte achten Sie im Wartebereich auf einen ausreichenden Abstand. Patienten mit Infekten der oberen Luftwege werden ggf. gebeten, im Auto zu warten.

Sie dürfen als Patienten davon ausgehen, dass in unserer Praxis nur Ärzte und MFA arbeiten, die aktuell keine Krankheitssymptome aufweisen und dass die Hygienemaßnahmen nach bestem Wissen und Gewissen eingehalten werden.

Bitte bleiben Sie gesund und gelassen. Beachten Sie die empfohlenen Hygienemaßnahmen und Verhaltensanweisungen. Informieren Sie sich bitte über die aktuelle Lage über seriöse Quellen, bevorzugt über die Internetseite des Robert Koch-Insituts, sowie die Seiten der regionalen Gesundheitsämter.

Zögern Sie nicht, telefonisch Kontakt mit uns aufzunehmen, wenn Sie unsere Hilfe brauchen.

Wir sind für Sie da!

Ihr Praxisteam

(Stand 03.05.2020)

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