HPGF Team Hausärztepraxis Gleen-Felda

Hausarztpraxis öffnet im April

26 Feb 2016 Praxis-News

Die hausärztliche Versorgung in Gemünden ist auf Jahre gesichert: Anfang April wird sich die Gemeinschaftspraxis Kirtorf mit der Hausarztpraxis Dr. Ilse Römer in Nieder-Gemünden zusammenschließen.

Das Projekt in dem seitherigen Ärztehaus der VR Bank HessenLand wurde am Mittwoch von allen Beteiligten sowie Bürgermeister Lothar Bott vorgestellt. Der Anstoß zu dieser im Vogelsberg bislang einzigartigen Form zur Sicherung der Versorgung kam durch den gebürtigen Homberger Dr. Jörg Jewert, der 17 Jahre als Facharzt für Innere Medizin im Ruhrgebiet in einem Medizinischen Versorgungszentrum gearbeitet hat. Jetzt wollte Dr. Jewert wieder zurück in die Heimat und hatte den Kirtorfer Mediziner Michael Buff wegen einer Mitarbeit in der dortigen Gemeinschaftspraxis angesprochen – soweit die Voraussetzungen des Zusammenschlusses von Kirtorfer Seite. Unterdessen hatte die jahrzehntelange Gemündener Hausärztin Dr. Ilse Römer eine Nachfolgeregelung gesucht, und sich bereiterklärt, ihren Kassenarztsitz an Dr. Jewert und den Patientenstamm an die Hausärztliche Gemeinschaftspraxis Kirtorf abzugeben. Die neue Zweigpraxis in Gemünden wird Anfang April öffnen, bis dahin sind in dem modernen Gebäude der VR Bank Hessenland von 1993 noch umfangreiche Bauarbeiten auszuführen. Die Bank hatte das Erdgeschoss in dem Gebäude schon seit einiger Zeit nicht mehr in vollem Umfang für ihre Zwecke genutzt, jetzt wird baulich eine Trennung zwischen Geldinstitut und Arztpraxis hergestellt, wobei der Platzbedarf der Bank eher gering ist. Die verbliebene Fläche von rund 190 Quadratmetern wird an die Bedürfnisse einer hausärztlichen Praxis angepasst. Diese Größe entspricht in etwa der seitherigen Praxis im Obergeschoss, in der Dr. Ilse Römer seit 1993 praktiziert. Demnächst ist allerdings noch ein barrierefreier Zugang zum Hausarzt gegeben. Die Praxis von Frauenarzt Dr. Gotthard Römer im Obergeschoss des Gebäudes bleibt in den seitherigen Räumen bestehen. Nach Angaben von Buff dient die Erweiterung der Gemeinschaftspraxis in Kirtorf mit der neuen Zweigpraxis in Nieder-Gemünden der langfristigen Sicherung der hausärztlichen Versorgung von den in beiden Hausarztpraxen bisher betreuten Patienten sowie denjenigen Bürgern aus Gemünden und Kirtorf, die bislang noch keinen Hausarzt haben. Diese Erweiterung verstehen die Mediziner der Kirtorfer Gemeinschaftspraxis als wichtige Strategie, um auch in Zukunft Allgemeinärzten in Gemünden und Kirtorf eine attraktive Arbeitsmöglichkeit zu bieten. Nach Zustimmung des Zulassungsausschusses wird Dr. Jewert zum 1. April den Kassensitz übernehmen, und gemeinsam mit den Kirtorfer Kollegen die Nachfolge von Dr. Ilse Römer antreten. Die erfahrene Hausärztin wird in einem gewissen Umfang noch mitarbeiten.

Zentrum für junge Familien

Bürgermeister Lothar Bott zeige sich sehr erfreut über die Entwicklung, sei damit doch nicht nur die hausärztliche Versorgung in der Gemeinde gesichert, sondern auch der Fortbestand der Apotheke um die Ecke. Die Sicherung der Versorgung falle in eine Zeit, in der deutlich werde, dass dies keine Selbstverständlichkeit sei, denn aktuell gingen Hausärzte in Feldatal und Herbstein ohne Nachfolgeregelung in Ruhestand. Mit Fortbestand der ärztlichen Infrastruktur sei das Umfeld des Neubaugebietes zwischen Burg- und Nieder-Gemünden mit allen Einrichtungen ausgestattet, die junge Familien benötigten: Ärzte, Apotheke, Einkaufsmarkt, Kindergarten, Schule und Bahnhof.

Allgemeinmediziner Buff machte auf die Bedürfnisse der neuen Medizinergeneration aufmerksam, unter denen der Typus des althergebrachten als Einzelkämpfer agierenden Hausarztes kaum mehr zu finden sei. Die jungen Mediziner strebten eher eine Arbeit im Team mit geregelter Arbeitszeit und mit möglichst geringem finanziellen Risiko an. Zudem werde der Anteil der Frauen unter den Medizinern immer größer, die Frage von Familienplanung lasse sich in der beschriebenen modernen Arbeitsweise eher umsetzen. Buff wies auch auf die Vorteile eines Ärzteteams für die Patienten hin, denn unter ihnen gebe es verschiedene Spezialisten – im Kirtorfer Team beispielsweise welche für Rückenbeschwerden, Impfungen und Schilddrüse. Allerdings verhehlte Buff nicht, dass für die Gemündener auch eine Umgewöhnung anstehe: Weil in der Zweigpraxis immer mal alle Ärzte Sprechstunden halten werden, werde man als Patient immer mal vor einem anderen Arzt sitzen. Wenn man mit der Behandlung seiner Beschwerden allerdings etwas Zeit habe, könne man auch immer zum selben Mediziner gehen. An dieses System hätten sich die Kirtorfer gewöhnt, es habe den Vorteil der stärkeren Verfügbarkeit eines Mediziners, und zudem würden 90 Prozent der Patienten weniger als eine halbe Stunde warten. Letztlich nutze man die gute Organisation der Gemeinschaftspraxis noch dazu, sich pro Stunde nur mit fünf Patienten zu befassen. In Deutschland würden mitunter auch mal zehn pro Stunde durchgeschleust – da könne Qualität auf der Strecke bleiben.

Quelle: http://www.alsfelder-allgemeine.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Gemuenden/Artikel,-Hausarztpraxis-oeffnet-im-April-_arid,628067_regid,2_puid,1_pageid,65.html

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